20 Jahre Börse und professioneller Eigenhandel
DeepTrade
Dennis Gürtler
Institutionelle Marktlogik für klare Entscheidungen im Handel. Markterfahrung, Struktur und ein professioneller Blick auf das Wesentliche.
Head of Trading
Institutionelle Vorbereitung, klare Marktlogik und fokussierte Begleitung im Handelsalltag.
Ich begleite die Börse seit 20 Jahren. DeepTrade ist die Essenz aus zwei Jahrzehnten Markt, Research, Professionalisierung und konsequenter Weiterentwicklung. In dieser Zeit habe ich Märkte aus sehr unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt und mich Schritt für Schritt zu einem umfassenden Ansatz hingearbeitet, der ein über Jahre entwickeltes, auf institutionellen Prinzipien basierendes Framework darstellt und Struktur, Relevanz und echte Umsetzbarkeit im Alltag verbindet.
Mein Schwerpunkt liegt heute auf dem kurzfristigen Handel von Index-, Rohstoff- und US-Aktienmärkten sowie auf einem performanten ETF-Framework. Es geht um Klarheit, wiedererkennbare Situationen, saubere Entscheidungslogik, sinnvolle Auswahl und einen Ansatz, der Handelsstil, organisatorischen Stil, Persönlichkeit und Arbeitsweise in einen stimmigen Rahmen bringt. Genau daraus ist über die Jahre das entstanden, was DeepTrade heute ausmacht.
Entscheidend sind für mich Erfahrung, Marktverständnis, unterschiedliche Perspektiven und die Fähigkeit, all diese Ebenen so zusammenzuführen, dass daraus ein klarer, anwendbarer Weg entsteht. Ich kenne die Fragen, Unsicherheiten und Denkfehler vieler Privatanleger sehr genau, weil ich die Entwicklung vom frühen Marktinteresse bis hin zur professionellen Verdichtung selbst durchlaufen habe. Gerade deshalb geht es mir heute nicht nur darum, Märkte zu handeln, sondern Orientierung zu geben, Zusammenhänge verständlich zu machen und aus 20 Jahren Börsenpraxis einen Ansatz zu formen, der anderen echte Umwege, unnötige Reibung und jahrelange Unklarheit ersparen kann.
Relevante Stationen
Finanzkrise 2008 und der Beginn mit Börse
2007 / 2008 – Einstieg in die Börse kurz vor der Subprime-Krise
Frühe Marktprägung direkt in einer Phase, in der Risiko, Unsicherheit und Marktverwerfungen von Anfang an real erfahrbar wurden.
2008 bis 2012 – Autodidaktische Anfänge und intensive Marktphase
Unterschiedlichste Ansätze, Denkmodelle und Marktlogiken wurden ausprobiert, durchlaufen und hinterfragt.
2012 bis 2016 – Schärfung von Marktverständnis, Research und Schwerpunktbildung
Der Blick auf Struktur, Liquidität, Relevanz und institutionelle Logik wurde in diesen Jahren zunehmend präziser.
2016 – Handelsbüro Berlin und Aufbau von DeepTrade
Mit dem Standort Berlin begann der Aufbau eines professionellen Umfelds für Handel, Research und Weiterentwicklung.
2016 bis 2020 – Automatisierung, Datenauswertung und Strategietests
Mehrjährige Vertiefung in datengetriebene Strategietests, Marktrobustheit und die Grenzen rein automatisierter Ansätze.
2018 bis 2020 – Portfoliomanagement im institutionellen Umfeld
Zusätzlicher institutioneller Blick auf Märkte, Prozesse und Entscheidungsqualität im professionellen Kontext.
Seit 2016 / verstärkt in den Folgejahren – Research für Broker und Marktteilnehmer
Ausbau der Verbindung von täglichem Handel, Marktanalyse und professionellem Research.
Regelmäßige Vorträge auf der World of Trading Frankfurt
Speaker auf einer der bekanntesten Börsenveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.
Research für Pepperstone Deutschland seit 2024
Mehrjährige Research-Arbeit für Pepperstone Deutschland im regulierten Broker-Umfeld.
Head of Trading – Handelsbüro Berlin, Eigenhandel
Gründer und Geschäftsführer von DeepTrade in Verbindung mit dem Eigenhandel in Berlin mit täglicher Marktanalyse und professioneller Begleitung.
Interview: Dennis Gürtler im Gespräch
11 Fragen & Antworten
Was hat Sie damals an die Börse gezogen?
Mich hat von Anfang an diese besondere Mischung aus Dynamik, Logik und Verantwortung fasziniert. Die Börse ist einer der wenigen Orte, an denen sich Struktur, Unsicherheit, Wettbewerb und Entscheidung so direkt begegnen. Genau diese Spannung hat mich früh gepackt. Dazu kam etwas Zweites: Märkte sind nie still. Sie verändern sich, sie bestrafen Oberflächlichkeit, und sie belohnen selten das, was im ersten Moment am einfachsten aussieht. Für mich war deshalb relativ schnell klar, dass mich nicht nur Ergebnisse interessieren, sondern vor allem die Frage, warum Märkte sich bewegen, wie Chancen entstehen und woran sich Qualität im Handeln überhaupt erkennen lässt.
Warum scheitern viele Privatanleger an ihrer Herangehensweise?
Viele Privatanleger scheitern nicht an mangelnder Motivation, sondern an einem unklaren Ausgangspunkt. Sie suchen zu früh nach Signalen, Strategien oder Prognosen, obwohl ihnen oft zuerst ein sauberer Rahmen fehlt, in dem sie Märkte überhaupt sinnvoll einordnen können. Das Problem ist also häufig nicht zu wenig Einsatz, sondern die falsche Reihenfolge. Es wird nach Lösungen gesucht, bevor die eigentliche Struktur verstanden wurde. Dann wird zwar viel gemacht, aber nur wenig greift wirklich ineinander. Genau daraus entstehen unnötige Umwege, Frust und das Gefühl, trotz Aufwand nicht entscheidend voranzukommen.
Warum ist Beobachtung noch lange kein Marktverständnis?
Weil Beobachtung zunächst nur Eindrücke liefert. Man sieht Kerzen, Bewegungen, Nachrichten, Reaktionen, vielleicht auch Muster. Aber daraus entsteht noch kein Vorteil. Marktverständnis beginnt erst dort, wo man unterscheiden kann, welche Informationen wirklich relevant sind und welche nur zufälliges Rauschen darstellen. Viel zu sehen ist deshalb nicht dasselbe, wie Märkte wirklich zu verstehen. Genau dieser Unterschied ist entscheidend — und er wird im Privaten häufig unterschätzt.
Warum hat Börse weniger mit Prognose zu tun, als viele glauben?
Viele Menschen nähern sich der Börse so, als ginge es vor allem darum, die Zukunft richtig vorherzusagen. Das klingt logisch, greift in der Praxis aber zu kurz. Professionelles Handeln lebt nicht davon, ständig recht zu haben, sondern davon, vorteilhafte Situationen zu erkennen, sauber zu bestätigen und kontrolliert umzusetzen. Märkte sind nicht dafür da, unsere Meinung zu bestätigen. Sie reagieren, übertreiben, korrigieren und verhalten sich oft ganz anders, als man es aus Nachrichten oder klassischer Logik ableiten würde. Deshalb ist es viel sinnvoller, sich auf Kontext, Bestätigung und Risikomanagement zu konzentrieren, statt auf die Illusion einer perfekten Prognose. Nicht die Vorhersage ist der Kern, sondern die Qualität der Entscheidung unter Unsicherheit.
Was macht den Unterschied zwischen einer Kursformation und einer guten Situation aus?
Eine Kursformation ist zunächst nur ein Muster, eine Idee oder eine wiedererkennbare Struktur. Das allein reicht aber noch nicht. Eine gute Situation entsteht erst dann, wenn mehrere Faktoren zusammenpassen: Kontext, Struktur, Liquidität, Timing, Marktphase und Relevanz. Erst wenn diese Dinge möglichst widerspruchsarm aufeinander einzahlen, wird aus einer Kursformation eine wirklich interessante Gelegenheit.
Genau darin liegt einer der größten Unterschiede zwischen oberflächlichem und professionellerem Trading. Viele sehen eine Kursformation und wollen sofort handeln. Ich schaue eher darauf, wie sauber die Gesamtsituation ist. Denn eine Situation kann theoretisch bekannt aussehen und trotzdem unbrauchbar sein, weil die entscheidenden Begleitfaktoren fehlen. Gute Situationen wirken oft nicht spektakulär — aber sie sind in sich stimmiger. Und genau das macht sie wertvoll.
Warum reicht ein guter Handelsstil allein nicht aus?
Weil ein guter Handelsstil nur ein Teil des Gesamtbildes ist. Wenn der organisatorische Stil, die Persönlichkeit und die tägliche Arbeitsweise nicht dazu passen, wird selbst ein fachlich guter Ansatz im Alltag instabil.
Viele merken das erst spät. Sie glauben, sie bräuchten nur die richtige Strategie, obwohl das eigentliche Problem oft ganz woanders liegt: in der Vorbereitung, in der Frequenz, im Druck, in der Art zu arbeiten oder darin, dass ein Stil zwar theoretisch gut klingt, praktisch aber nicht zum eigenen Leben passt. Erst wenn diese Ebenen zusammenpassen, entsteht etwas, das nicht nur gut aussieht, sondern wirklich trägt.
Welche Rolle spielen Handelsstil, organisatorischer Stil, Persönlichkeit und Arbeitsstil?
Eine sehr große. Der Handelsstil beschreibt, wie jemand Märkte grundsätzlich handelt. Der organisatorische Stil regelt, wie Märkte vorbereitet, gefiltert und im Alltag beobachtet werden. Die Persönlichkeit entscheidet darüber, was vom Tempo, vom Druck und von der Frequenz überhaupt natürlich zu einem passt. Und der Arbeitsstil verbindet alles so, dass daraus kontinuierlicher Fortschritt entstehen kann. Das große Problem im Privaten ist oft, dass diese Ebenen zwar alle irgendwie vorhanden sind, aber nicht sauber zusammengeführt werden. Dann passt der Handelsstil nicht zur Persönlichkeit, der organisatorische Stil nicht zum Alltag, und der Arbeitsstil hält das Ganze nicht stabil zusammen. Genau daraus entstehen Reibung, Unsicherheit und Stillstand. Ein guter Ansatz ist deshalb nie nur eine Strategie, sondern immer das Zusammenspiel mehrerer Ebenen.
Mit welcher Sportart lässt sich Börse am ehesten vergleichen — und warum?
Am ehesten mit der Formel 1. Nicht, weil das spektakulär klingt, sondern weil man dort sehr gut versteht, dass Leistung nie nur aus einem einzigen Faktor entsteht. Es reicht nicht, wenn nur der Fahrer gut ist. Es braucht auch das richtige Fahrzeug, die passende Strategie, das richtige Timing, die richtige Vorbereitung und die Fähigkeit, Situationen im Rennen sauber zu erkennen.
An der Börse ist es ganz ähnlich. Es geht nicht nur darum, eine Chance zu sehen. Es geht darum, ob die Situation wirklich passt, ob man vorbereitet ist, ob das Risiko sauber steuerbar ist und ob das Gesamtsystem harmoniert. So wie in der Formel 1 nicht jede Kurve automatisch eine Überholchance ist, ist auch an der Börse nicht jede Bewegung eine gute Gelegenheit. Die Kunst liegt darin, die wenigen entscheidenden Situationen rechtzeitig zu erkennen und dann bereit zu sein.
Warum können Gewinne fachlich falsch und Verluste fachlich richtig sein?
Weil das einzelne Ergebnis nicht automatisch die Qualität der Entscheidung beweist. Man kann mit einer schlechten Entscheidung Geld verdienen, wenn der Markt zufällig in die gewünschte Richtung läuft. Und man kann mit einer fachlich sauberen Entscheidung einen Verlust erleiden, wenn sich eine gute Situation am Ende trotzdem nicht entfaltet. Genau deshalb ist es so gefährlich, nur auf Gewinn oder Verlust zu schauen. Wer Börse ernst nimmt, muss lernen, Ergebnis und Qualität voneinander zu trennen. Sonst wird ein schlechter Gewinn als Erfolg abgespeichert und ein guter Verlust als Fehler missverstanden. Echte Entwicklung entsteht erst dann, wenn man Entscheidungen sauber einordnen kann — unabhängig davon, wie der einzelne Trade kurzfristig endet.
Warum ist Intraday-Trading Ihr persönlicher Schwerpunkt?
Ich bekomme dort das schnellste Feedback meiner Arbeit. Vorbereitung, Kontext, Bestätigung und Umsetzung greifen im Intraday-Handel besonders sauber ineinander. Man bekommt relativ schnell eine ehrliche Rückmeldung, ob man eine Situation richtig eingeordnet hat oder nicht. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf dem Zeitfenster vom US-Opening bis in die frühen Abendstunden, also dort, wo Liquidität, Bewegung und Relevanz besonders sauber zusammenkommen. Gleichzeitig lassen sich viele dieser Prinzipien auch auf mittelfristige oder langfristige Kontexte übertragen. Der Kern bleibt ähnlich, nur der Zeithorizont verändert sich. Vom Temperament und von der Marktlogik her ist der Intraday-Handel für mich aber klar das natürlichste Spielfeld.
Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich heute sagen?
Suche nicht nach dem einen Geheimnis. Und verliere nicht so viel Zeit mit der Hoffnung, dass mehr Beobachtung automatisch mehr Verständnis bringt.
Was früher gebraucht worden wäre, ist ein viel saubererer Fokus auf Struktur, Auswahl, Relevanz und einen Ansatz, der wirklich zur eigenen Persönlichkeit passt. Nicht jede Erfahrung ist automatisch Entwicklung. Nur weil man etwas erlebt, gelesen oder ausprobiert hat, heißt das noch nicht, dass es einen wirklich voranbringt. Früher an Klarheit, Einordnung und einen tragfähigen Rahmen zu arbeiten, hätte viele Umwege deutlich verkürzt. Genau deshalb ist das heute auch einer der zentralen Punkte in meiner Arbeit.